After The Fire (Will Hill) – Eine Buchrezension für „Lesepunkte“

Drinnen sagten sie, die Welt da draußen sei böse. Bist du draußen erzählen die anderen dir, dass du nun wirklich sicher seist. Die siebzehnjährige Moonbeam zählt zu den wenigen Überlebenden eines Brandes und einer Schießerei auf einer Farm in Texas, die von einer Gotteslegion, einer christlichen Sekte, bewohnt wird. Wer hat das Feuer entfacht? Was hat sie an diesem Ort alles erlebt? Was ist mit ihren Freunden passiert und was weiß sie überhaupt alles? Diese und weitere Fragen werden ihr von einem Psychologen und einem FBI-Agenten in einer Klinik gestellt. Und so schwer es ist: Moonbeam muss lernen, was sie denkt und fühlt auszusprechen.

Schon zu Beginn der Erzählung ist der Leser der Hauptfigur sehr nah. Er nimmt an ihren Gedanken, ihren Gefühlen und den immer noch präsenten Stimmen ihres Sektenvaters in ihrem Kopf teil. Es wird schnell klar, ohne dass wir viel von ihrem Leben erfahren, wie anders es im Vergleich zu unserem eigenen gewesen sein muss.

Durch die Kapitelunterteilung in Davor und Danach erfährt man etwas über Moonbeams Leben vor und während dem Aufenthalt in der Klinik. Es gibt also nicht nur einen zeitlich chronologischen Handlungsverlauf, was in dieser Geschichte meiner Meinung nach gar nicht möglich wäre. Dennoch gibt diese Unterteilung der Handlung eine gewisse Struktur, um den komplexen Erlebnissen folgen zu können.

Auch die Fragen seitens der Menschen aus der „normalen Welt“ helfen einem, den Bezug zur Realität beizubehalten. Manchmal saß ich beim lesen da und musste eine Pause machen, weil das, was Moonbeam erlebt hat und fühlt einen völlig aus der Bahn wirft. Der Leser verliert sich nicht in diesen irren Gedanken, sondern wird immer wieder zurück ins hier und jetzt gezogen. Das ist wichtig, um die Welt in einer solch extremen Sekte auf sich wirken lassen und realisieren zu können.

Der Fall aus Waco, Texas in dem Jahr 1993 bietet eine Inspiration für die Handlung. Damals belagerte die Polizei ca. eineinhalb Monate lang das Haus einer Sekte, in dem die Anhänger, darunter auch viele Kinder, und ihr Anführer David Koresh lebten. Immer wieder versuchten die Beamten mit dem Sektenführer zu verhandeln, wodurch nach und nach einige Menschen freikamen. Je länger die Polizei vor Ort war, desto mehr fürchteten sich die Anhänger das Haus zu verlassen und schienen durch David Koresh manipuliert zu werden. Am 19. April spitzte sich die Lage zu und einige der Polizeibeamten begannen mit Gewalt zu versuchen, die Sektenmitglieder zu befreien. Daraufhin legten die Bewohner selbst ein Feuer in ihrem Haus. Insgesamt 76 Menschen kamen bei dem Großbrand ums Leben.

Will Hills Roman konzentriert sich auf das Danach und hilft dem Leser nachzuvollziehen, wie ein Überlebender mit solch einem traumatischen Ereignis umgeht.

So brutal, wirr und traurig die beschriebenen Erlebnisse beim Lesen sein mögen, zeigt dieses Buch doch, was immer noch zur Realität gehört. Es geht dabei nicht darum, welchem fundamentalistischen religiösen Glauben die Menschen in einer Sekte angehören, sondern mit welcher Macht deren Anführer Einfluss auf ihre Anhänger haben und ebenso unschuldige Kinder mit in ihren Bann ziehen.

Wie Moonbeams Leben in der Zukunft aussehen wird, und wie sie in ihrer neuen Heimat zurechtkommt, wird der Fantasie des Lesers überlassen. Zuerst mag das einem nicht gefallen, doch Moonbeams späteren Lebensverlauf genauer zu schildern, würde den unterschiedlichsten Arten mit solch einer prägenden Kindheit umzugehen nicht gerecht werden.

„After The Fire“ macht die Verflechtungen der Gedankenstrukturen innerhalb einer Sekte greifbarer und nimmt den Leser mit auf die Reise durch die surrealen Gedanken einer Überlebenden. Ich bewerte den Roman mit 5 von 5 Lesepunkten, empfehle ihn einer Zielgruppe ab etwa 16 Jahren, allerding mit einer Vor- und/oder Nachbereitung, etwa durch die Anmerkungen des Autors und eigenständige Recherche.

Obwohl es sich um eine fiktive Erzählung handelt, hat der Roman mir gezeigt, dass Sekten in dieser extremen Form immer noch Realität sind und Kinder dabei in eine Welt gezerrt werden, die sie sich nicht aussuchen konnten. Frustration, Wut, Erstaunen und Ratlosigkeit zugleich haben mich beim Lesen begleitet. Und dennoch ist es genau das, was wichtig ist dabei zu fühlen, um die Probleme, Ängste und Gefühle der Kinder, der Opfer von Macht Missbrauchern auf den Grund gehen zu können.

Rebecca Radow in Kooperation mit „Lesepunkte“

Eine Rezension für „Lesepunkte“ von Katharina Papadimitriou: „Unter uns das Meer“ (A. Gaige) – Ergreifend und tragisch

Juliet Partlow lebt gemeinsam mit ihrem Mann Michael und ihren beiden Kindern ein amerikanisches Vorstadtleben. Michael kann seine kindheitstraumatisierte, depressive Ehefrau, die bereits eine lange Zeit an ihrer Dissertation arbeitet, für seinen Traum begeistern: Ein Jahr auf der Segelyacht „Juliet“ leben und dabei die Karibik zu erkunden.

Katharina mit dem von ihr rezensierten Roman „Unter uns das Meer“ von Amity Gaige
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Von der WRS-Schulbank zum erfolgreichen Influencer und Model

Im Rahmen des Englischunterrichts bei Frau Battmer beschäftigte sich die damalige 11b im zweiten Halbjahr des vergangenen Schuljahres mit den Themen „social media“ und „gap year“. Was macht einen erfolgreichen YouTube-Kanal aus? Welchen Weg schlage ich nach dem Abitur ein? Dies waren nur einige Fragen, denen wir im Unterricht nachgingen. Um beide Themen miteinander zu verknüpfen und einen Erfahrungsbericht aus erster Hand zu bekommen, führten wir kurz vor den Sommerferien ein Interview mit Désiré Mia. Désiré war Schüler auf der WRS und hat im Jahr 2017 sein Abitur gemacht. Anschließend startete er eine Karriere als internationales Model und Influencer. Mittlerweile folgen ihm ca. 350,000 Personen auf Instagram und sein YouTube-Kanal zählt 65,000 Abonnenten. Da Désiré wegen der Coronapandemie zwangsweise viel Zeit in seiner Heimstadt Hannover verbringen musste, konnten wir ihn kurzfristig für ein Interview gewinnen.

Genau dieses ausführliche Interview könnt ihr ab heute im Jahrbuch 2020 lesen!

„Pimp your Christmas Mask“

Liebe Raaben,

Ist eure Maske euch zu langweilig? Seid ihr noch nicht richtig in Weihnachtsstimmung? Dann haben wir die Lösung!

Wir haben eien Challenge für euch! Designed eine selbstgestaltete Weihnachtsmaske! Kreiert eure individuelle Maske mit den verschiedensten Weihnachtsdesigns. Wenn ihr Lust habt mitzumachen, dann schickt uns gerne eine Email über Iserv mit einem Vorher-Nachher Bild und überrascht uns und seid gerne kreativ!

Hier unser Video auf Youtube:

Wir haben uns gedacht, dass wir euch die Weihnachtszeit trotz Corona ein bisschen verschönern. Schickt eure Emails bis zum 14. Dezember an lisa.fischer@i-wrs.de oder pia.annerer@i-wrs.de!

Wir hoffen ihr habt Lust mitzumachen und genießt noch die letzte Woche in der Schule!

Lisa & Pia:))

Rezension „Faye Herz aus Licht und Lava“

Feen, Kobolde und ein kranker Holunder – „Faye Herz aus Licht und Lava“

In dem Fantasy-Roman „Faye – Herz aus Licht und Lava“, geschrieben von Katharina Herzog, geht es um ein Mädchen mit dem Namen Faye, die mit ihrer Mutter nach Island fährt. Fayes Mutter ist Architektin und soll dort ein Hotel bauen. Dort begegnet Faye allerhand mystischen Kreaturen. Glühwürmchen führen sie zu einem kranken Holunder. Dort beobachtet Faye des nachts unheimliche Elfen, die versuchen, den Holunder zu heilen. Faye beschließt ebenfalls, ihn retten zu wollen. Und dann ist da noch der launische Aron: Er ist der Neffe vom Auftraggeber ihrer Mutter.

Das Buch ist in Prolog, einen Hauptteil und Epilog gegliedert. Mit Ausnahme des Prologs wird der Roman aus Fayes Sicht erzählt. Der Leser wird im Prolog in die mystische Welt hineingeworfen. Anfänglich ist nicht klar, wohin die Reise geht. Das ist erst einmal verwirrend, aber wenn man die ganze Handlung kennt, kommt der Aha-Moment. Beim Weiterlesen kommt man allerdings Gut in die Geschichte hinein. Die erste Hälfte des Buches ist spannend umgesetzt. Allerdings konnte die Autorin den Spannungsbogen für mich nicht bis zum Ende halten. Das Buch war ab Dreiviertel der Handlung vorhersehbar. Das hat leider etwas die Spannung herausgenommen. Zudem konnte ich mich in Faye nicht immer hineinversetzen, weil sie mir zu naiv erschien. Ansonsten ist die Geschichte mitreißend erzählt.

Die Autorin hat wunderschön die isländische Natur beschrieben. Zum Beispiel konnte man sich die Landschaft gut vorstellen, auch wenn man noch nie dort war. Außerdem erfährt man als Leser*in viel über die isländische Kultur. Die Autorin hat zahlreiche bekannte nordische Sagen eingebaut. Diese Mythen sind ein wichtiger Bestandteil der Handlung.

Aufgrund der recht kurzen Kapitel lässt sich das Buch flüssig lesen und als Leser*in ist man immer motiviert, weiter zu lesen. Handlung und Sprache sind gut verständlich.

Ich finde das Buch geeignet für Leute die, gerne Fantasy und Bücher mit mythologischem Bezug lesen. Aufgrund der genannten Kritikpunkte gebe ich dem Buch drei von fünf Lesepunkten.