Die Cellistin und ihre Schuhe

Anita Lasker-Wallfisch ist eine der rapide schwindenden Augenzeugen des Holocausts.

Wir haben über diese Geschehnisse natürlich einiges im Geschichtsunterricht gelernt, können uns darüber informieren und Berichte darüber lesen. Jedoch können wir nur im Ansatz erahnen, wie es wirklich gewesen sein muss. Außerdem hatten wir nie Kontakt zu einem Betroffenen, welcher uns dies auch nur etwas näher bringen konnte und eine Authentizität dabei herrscht.

Der ganze 11.Jahrgang hat am 16.10.2018 die wohlmöglich einmalige Chance ihre eigene Geschichte von ihr persönlich zu erfahren und anschließend selbst Fragen zu stellen.
Anita Lasker-Wallfisch ist 1925 in Breslau geboren. Die Familie ist deutsch-jüdischer Herkunft. Lasker beschreibt ihre Kindheit selber als unreligiös und bildungsbürgerlich. Ihre Eltern werden 1942 aufgrund ihres Daseins als Juden deportiert und anschließend ermordet. Zusammen mit ihrer Schwester Renate wird Anita bei einem Fluchtversuch nach Frankreich und wegen zusätzlicher Urkundenfälschung verhaftet. Die beiden kommen anschließend in ein Zuchthaus. 1943 kommt Anita nach Ausschwitz. Als dort schnell bekannt wird, dass sie Cello spielt, fing sie an im Häftlingsorchester zu musizieren.
„Als 1944 Tausende von ungarischen Juden in das Lager gebracht wurden und aufgereiht standen, um in die Gaskammern geführt zu werden, mussten wir auch diesen Unglücklichen etwas vorspielen.“
Auch ihre Schwester Renate wird nach Ausschwitz deportiert und die beiden werden im November 1944 nach Bergen-Belsen transportiert. 1945 werden sie von britischen Truppen befreit.

Anita Lasker-Wallfisch besucht uns gemeinsam mit ihrer Tochter vor ein paar Wochen. Als sie den Raum betreten, kann man vom Publikum aus den Respekt und die Anerkennung spüren. Sie fängt mit einem Vortrag an über ihre Geschichte zu erzählen. Sie berichtet über das Geschehene und appeliert auch an uns. Anita nimmt vor allem auch Bezug auf die heutigen Ereignisse wie zum Beispiel in Chemnitz. Auch ihrer Tochter geht das Thema des Menschenhasses nah und auch sie rät uns aufzupassen. Denn die Geschichte ihrer Mutter dürfe nie wiederholt werden.
Auch unsere Fragen werden beantwortet. Besonders fasziniert uns die Geschichte, wie sich die Schwestern in Ausschwitz wiedergetroffen haben: Bei Anitas Ankunft werden ihr ihre Schuhe weggenommen, die einen Fleck und auch unverwechselbare rote Schnürbänder haben. Als Renate bei ihrer Ankunft diese Schuhe sieht, weiß sie, dass Anita auch in Ausschwitz sein muss. Sie sucht sie und findet sie nach einiger Zeit. Diese Geschichte wird auch in dem Film „The survivor and her shoes“, welcher von Anitas Sohn gemacht wird, erzählt.
Insgesamt war ihr Besuch sehr beeindruckend und auch danach sind wir noch lange in unseren Gedanken mit ihrer Geschichte beschäftigt.
Wir sind echt dankbar, diese Chance bekommen zu haben.

Lina und Katharina, 11b

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