Die WRS als Gastgeberin zum internationalen Tag der Pressefreiheit
Französisch verbessern in der DELF-AG? Jonglieren lernen in der Zirkus-AG? Oder lieber Auspowern in der Ballspiele-AG? Und das ist erst ein Teil des Angebots am Montag …
Wer am Montag nicht in der Raabenfeder, unserer Schülerblog-AG ist, kann ein vielfältiges Angebot nutzen. Wir stellen Euch als Erstes die DELF-AG von Frau Fröhlich vor: Bonne lecture! 🇫🇷
Am 14. Juni findet das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft statt (Deutschland als Gastgeber spielt gegen Schottland). Guckst Du alle Spiele? Hängst Du bei deinen Eltern Fahnen an die Außenspiegel und sammelst fleißig Panini-Bilder? Oder interessierst du dich gar nicht dafür?
Und wie sieht es mit den olympischen Spielen in diesem Jahr aus ? Guckst du da alles von Fechten über Handball bis Segeln? Olympia fängt am 26. Juli statt. Es gibt also viel Sport diesen Sommer Oder für Dich eher nicht?
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Wir wünschen Euch allen ein frohes, gesundes und erfolgreiches 2024.

„Lehrerzimmer“? „Lehrerinnen- und Lehrerzimmer“? „Lehrer:innenzimmer?“ „Mitarbeitendenzimmer“? Jeder weiß, wo es ist, aber wie sollen und wollen wir es nennen?
Sind bei „Liebe Schüler, ich begrüße Sie zu Ihrer Abiturfeier!“ auch die Schülerinnen „mitgemeint“? Klingt dann der Satz „Liebe Schüler, die besten drei Schüler Ihres Jahrgangs sind Julia, Marlen und Nina!“ seltsam, ist völlig okay oder kurz vor Skandal?
Wirkt „Liebe / lieber Bewerber:in, wir suchen eine / einen Mitarbeiter: in“ nicht ein bisschen kompliziert, stört das Gendern damit den Lesefluss und lenkt vom Inhalt ab? Verstehen dann Oma und Opa gar nichts mehr?
Und wie sieht es aus mit dem „Glottal Stop“, den man in der gesprochenen Sprache nutzt, um zu gendern wie in „Guten Morgen, Klasse, wir Lehrer:innen möchten uns bei Euch bedanken!“?
Als Abschluss unserer Einheit zur Genderdebatte haben wir uns die Frage gestellt, wie Schule mit dem Gendern umgehen soll. Herausgekommen sind zwei ziemlich unterschiedliche Ansichten:
Inmitten der bildungspolitischen Diskussionen erweist sich das Gendern an Schulen sowohl als kraftvolle Brücke zu einer inklusiveren Zukunft. Jedoch gibt es auch Menschen, die diese Ansicht nicht teilen.
Ich positioniere mich klar fürs Gendern an Schulen. Die Integration von gendergerechter Sprache an Schulen ist ein wichtiger Schritt hin zu einer inklusiveren Bildungsumgebung. Indem wir bewusst darauf achten, geschlechtsneutrale Ausdrücke etwas mehr zu verwenden und alle Geschlechter gleichermaßen anzusprechen, schaffen wir eine Atmosphäre, die Vielfalt und Gleichberechtigung fördert. Diese Maßnahme trägt nicht nur zur Sichtbarkeit verschiedener Identitäten bei, sondern unterstützt auch die Entwicklung von Schülerinnen in einem Umfeld, das Respekt und Wertschätzung für jede individuelle Perspektive lehrt. Es ist ein Schritt in Richtung einer Gesellschaft, die Chancengleichheit und Diversität als grundlegende Werte anerkennt und fördert. Jedoch möchte ich den Schülerinnen der WRS nicht ein Gefühl des Zwangs zur Nutzung des Genderns vermitteln, da dies negative Auswirkungen mit Blick auf eine von Vorurteilen behaftete Sichtweise auf dieses Thema mit sich bringen kann. Das Thema Gendern sollte im Allgemeinen tiefgreifendender behandelt werden, sodass Schülerinnen sensibilisiert werden und sich von den herrschenden Vorurteilen und der Unwissenheit loseisen können. Denn teilweise fühlen sich manche Schülerinnen aufgrund des steigenden Diskussionsbedarfs und der großen Unwissenheit unter Druck gesetz. Die Schülerinnen könnten das Thema Gendern und die Nutzung als aufgezwungen und zu überspitzt empfinden. Wenn ihnen die Thematik aufgezwungen wird, dann wird den Schülerinnen ein Stück eigene Entscheidungskraft genommen, was ganz klar im Kontrast zum Inklusions- und Vielfaltsaspekt steht und nicht Zielführend ist. Unsere Schulgemeinschaft muss dies bezüglich aufgeklärt werden!
Maßnahmen zur Sensibilisierung und zur Bekämpfung der Vorurteile können sein:
Ich bin ganz klar für das Gendern an Schulen und mehr Sensibilisierungsarbeit. Die Schulgemeinschaft der WRS sollte die Chance erhalten und nutzen, ihre ganze Vielfalt mit allen Schülerinnen und Lehrkräften zu repräsentiern und anstatt jene aufgrund von Vorurteilen und Sprachbarrieren, die mit den richtigen Methoden nicht so schwer zu überwinden sind, auszugrenzen. Wir müssen eine inklusivere Lernumgebung schaffen, in der alle Schülerinnen der WRS gesehen und gehört werden!
,,Gendern“ gehört nicht in den Klassenraum. Entsprechend dieser Prämisse sind Genderzeichen in den Bundesländern Sachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt untersagt und werden bei Nutzung als Rechtschreibfehler geahndet. Unlängst hat auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ein umfassendes Verbot des Genderns in Schulen und Behörden angekündigt, wodurch die Debatte über den Umgang mit geschlechtsneutraler Sprache neu entfacht wurde.
Während also einige Bundesländer schon klare Kante gegen den Vorstoß des Genderns auf die deutsche Rechtschreibung zeigen, verpasst das niedersächsische Kultusministerium bisher, sich klar für einen Verzicht von Genderzeichen an Schulen auszusprechen.
Hierbei soll ein Verzicht auf Genderzeichen keinesfalls bedeuten, dass außerhalb der geschriebenen Sprache ein generelles Verbot von geschlechtsneutraler Sprache die Maßgabe sein soll. Vielmehr ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der aktuellen Genderdebatte im Rahmen des Unterrichts sogar wichtig und so unterliegt die Sprache einem stetigen Wandel, weshalb es als Schule falsch wäre, sich der Verantwortung für die Vermittlung aktueller sprachlicher Entwicklungen der deutschen Sprache zu entziehen.
Hierbei sind es vor allem die Lehrer, welche in der Pflicht sind, den Schülern ein fundiertes Verständnis über die aktuelle Sprachform des Genderns mitzugeben. Dieses fundierte Verständnis beinhaltet aber auch einen kritischen Umgang mit der Tatsache, dass der Umgang mit gegenderten Ausdrücken mitunter nicht konform zu geltenden linguistischen Regeln verläuft und so sind z.B. die gegenderten Formen ,,Ärzt:in“ oder ,,Expert:in“ falsch, da hier zwar jeweils die weibliche, indessen aber nicht die männliche Form korrekt sind. Während diese sprachlichen ,,Fallen“ für sprachlich leistungsstarke Schüler noch erkennbar sind, sorgt das Gendern durch etwaige Beispiele bei bereits leistungsschwachen Schülern für eine zusätzliche Verkomplizierung der Sprache. Auch der Vorsitzende des Rechtschreibrates Josef Lange argumentiert in die gleiche Richtung und mahnt, dass der Gebrauch von Genderzeichen zu ,,erheblichen“ grammatischen Problemen führen könne. Grundsätzlich wird also klar deutlich, dass das Gendern einen erheblichen Eingriff in unsere Sprachrichtigkeit darstellt, weshalb es nun von eminenter Bedeutung ist, der Empfehlung des deutschen Rechtschreibrates folge zu leisten und die Nutzung von Genderzeichen an allgemeinbildenden Schulen zu unterbinden, um somit einer zunehmenden Verkomplizierung der deutschen Rechtschreibung entgegenzuwirken.
Auch in der gesprochenen Sprache sollte das Thema Gendern sensibel behandelt werden und so befindet man sich stets in einem Spannungsfeld zwischen geschlechtsneutraler Sprache mit dem Ziel der gleichwertigen Repräsentation aller Gesellschaftsgruppen und einer zunehmenden Abweichung der geltenden Sprachnorm.
Hiermit ist gemeint, dass natürlich die Schule ein Ort sein sollte, in welchem sich alle Schüler gleichermaßen repräsentiert fühlen sollten, weshalb die Nutzung von gendergerechter Sprache bei einem oberflächlichen Blick zunächst erstmal plausibel und fair für alle wirkt. Das Problem liegt aber in der starken Intransparenz der Umsetzung gendergerechter Sprache.
Würde man das Gendern flächendeckend an deutschen Schulen zur Verbindlichkeit anheben, bedeutet dies eine strikte Einschließung aller Personen unabhängig ihrer Haltung zum eigenen Geschlecht. Natürlich wäre es also möglich, ein drittes genderneutrales Pronomen einzuführen, inwieweit sich dieses aber durchsetzt ist fraglich und so entstanden bereits 2012 die ,,Xier“-Pronomen als mögliches genderneutrales Pronomen. Bis heute (11 Jahre später) hat sich diese Form aber kaum durchgesetzt. Ferner besteht auch hier die wiederkehrende Problematik der Sprachrichtigkeit und so wäre es z.B. fraglich, ob alle Schüler einen sicheren Umgang mit der Flexion (Kasus) des ,,Xier“-Pronomen erlernen können, wenn bereits ohne ein drittes Geschlechtspronomen diesbezüglich erhebliche Mängel auftreten. Auch ist nicht sichergestellt, dass sich alle nicht-binären Personen gleichermaßen mit dem
Pronomen ,,Xier“ identifizieren könnten und so wäre das Gendern nur dann konsequent, wenn jeder Mensch das zu ihm passende Pronomen erhält. Entsprechend dieser Problematik spricht der anerkannte deutsche Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg von einer sogenannten ,,Ridikülisierung“ der Sprache, womit gemeint ist, dass die deutsche Sprache zum Leidwesen der Lesbarkeit und Sprachrichtigkeit krampfhaft ,,genderneutral“ gestaltet werden soll, obwohl es mit dem generischen Maskulinum bereits eine, in der Sprachnorm anerkannte, geschlechtsunspezifische Nutzung von Pronomen und Substantiven mit der männlichen Form gibt (z.B. der Begriff ,,die Lehrer“ kann sich sowohl auf weibliche als auch auf männliche Lehrkräfte beziehen).
Insbesondere für junge Schüler kann eine derartige Verzerrung der Sprache keinesfalls positiv sein und so droht das Thema ,,Gendern“ zum Streitthema zu avancieren. Schüler, die auf das Gendern verzichten, könnten folglich aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen werden und zu unrecht als homophob diskreditiert werden. Andersherum kann es zudem passieren, dass homosexuelle Schüler zur Zielscheibe werden, da andere Schüler vor lauter Überforderung eine Verdrossenheit zum Thema Gendern in der Schule entwickeln.
Im Allgemeinen lässt sich bilanzieren, dass sich die Schule als Ort der allgemeinen Bildung nicht der aktuellen Debatte ums Thema Gendern verschließen darf und so ist es wichtig, dass vor allem auch im Schulunterricht ein durch Lehrer begleiteter sachlicher und kritischer Diskurs zur in der Gesellschaft so aufgeladenen Gender-Debatte geführt wird. Dies bedeutet indes aber nicht, dass genderneutrale Sprache einer dauerhaften Einbindung in die deutsche Sprache bedarf und so wirkt diese, Stand jetzt, als verzweifeltes Konstrukt um in unser pluralistischen Gesellschaft sexuellen Minderheiten mehr Akzeptanz und Sichtbarkeit zu schenken, wobei indessen aber die Sprachrichtigkeit leidet und in seiner jetzigen Form nicht darauf ausgelegt ist, um in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen werden zu können.