Erst um 8:45 Unterrichtsbeginn – dafür aber bis 17:00 Uhr. Meine Erlebnisse im französischen Schulsystem.

Ich war drei Monate in der französischen Bretagne auf Schüleraustausch. Über Erkenntnisse zum Schulsystems bis hin zur Frage, ob es dort wirklich immer regnet…

Und dann kam der Moment, als ich meiner Familie “tschüss“ sagen musste. Ich war natürlich ganz schön aufgeregt, als ich meiner Gastfamilie zuerst begegnet bin. Drei Monate in Frankreich – das klingt zuerst ja ganz schön lange…

Ich war im Rahmen des “Brigitte Sauzay“ Programmes für drei Monate in Frankreich, Pluneret (in der Nähe von Vannes). Ich habe viele tolle Sachen unternommen, wie einen Besuch bei den Elefanten in Nantes und bei den Carnac, habe Weihnachten und Sylvester in Frankreich gefeiert, viel von der bretonisch-französischen Kultur kennengelernt, aber die meiste Zeit war ich in der Schule.
Im Vergleich zu Deutschland ist ein französischer Schultag fast doppelt so lang! Bei mir begann der Unterricht immer um 8:45 und hörte um 17:00 Uhr auf. Wenn wie nach Hause kamen, nahmen meine Austauschpartnerin und ich zuerst immer das „Goûter“ (ein kleiner süßer Snack mit einem Tee oder Kaffee). Dann machten wir Hausaufgaben und haben für die „Évalutions“ gelernt. Bei mir gab es in Frankreich immer sehr viel Arbeit, manchmal saßen wir bis sieben Uhr abends oder noch länger an unseren Hausaufgaben und waren immer noch nicht fertig. In Frankreich gibt es sehr viel mehr schulische Arbeit als bei uns. Meine Austauschpartnerin hat mir mal erzählt, das Maximum, was sie für die Hausaufgaben und Co. einmal gebraucht hat, war an einem Samstag von 10 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts. Bei den naturwissenschaftlichen Fächern sind sie in Frankreich ein oder zwei Jahre im Voraus, in Sprachen sind sie einige Jahre zurück. In der 9. Klasse macht man in Frankreich auch eine Praktikumswoche, was mir die Möglichkeit gab, mir auch die bretonisch-französische Grundschule genauer anzusehen (in Frankreich kommt man schon mit drei Jahren in die „École“, kommt dann mit 11 Jahren auf das „Collège“ und in der 10. Klasse kommt man dann auf das „Lycée“). Dazu habe ich dann eine mündliche Präsentation gehalten, die eine Vorbereitung für das „Bac“ (französisches Abitur) ist.
Mir hat es gefallen, dass die Lehrkräfte mich wie eine richtige französische Schülerin behandelt haben: Ich habe sogar ein Zeugnis bekommen!
Meine Gastfamilie war auch sehr nett. Sie haben mir sehr viel gezeigt und mir auch mit meinem Französisch geholfen, wenn ich gerade nicht wusste, wie man etwas richtig ausdrückt.
Da ich in der Bretagne war, habe ich auch noch einige bretonische Wörter gelernt und allgemein viel über die bretonische Kultur, über die ich vorher fast gar nichts wusste. Vor allem am Ende hat es viel geregnet (ja, in der Bretagne regnet es wirklich sehr viel) und ich hatte mich sehr gefreut, als es in Deutschland dann so schön weiß war…

Mein Fazit ist, dass ich in den drei Monaten sehr viel Französisch gelernt habe und ich mich trotz Heimweh (besonders am Anfang) dank meiner Gastfamilie sehr schnell wie zu Hause gefühlt. Es war eine wundervolle Zeit und ich würde es auf jeden Fall nochmal machen!
Au revoir (auf französisch) oder Kenavo (auf bretonisch)!

Von Emily (9A)

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