Wie demokratisch denken wir eigentlich? Diese Frage hat uns im Seminarfach „Demokratie erlesen“ beschäftigt. Unser „Demokratie-Check“ zeigt: Die meisten von uns sind echte Demokraaben – doch je nach Jahrgang und Hintergrundwissen unterscheiden sich die Einstellungen teilweise.
Wir, Paul, Marliese und Jesaja aus der Q2 haben im Rahmen unseres Seminarfachs „Demokratie erlesen“ ein Projekt zum Thema Demokratie in Form einer Umfrage auf die Beine gestellt.
Diese Umfrage haben wir in jeweils 2 Klassen der Jahrgänge 7,9 und 11 durchgeführt.Hierbei haben wir in jeweils einer Klasse des Jahrgangs zusätzlich noch ein Video über Diktaturen gezeigt. Die Ergebnisse unserer Umfrage namens „Demokratie-Check“ waren unter anderem aufgrund der verschiedenen Jahrgänge sehr differenziert und aufschlussreich. So gab es zum Beispiel in Jahrgang 7 einen deutlich zu vermerkenden Unterschied zwischen der Klasse, die zusätzlich das Video geschaut hat und zu der Klasse, die lediglich an der Umfrage teilgenommen hat. Dadurch lässt sich sagen, dass die Umfrage in der Klasse, in der zusätzlich das Video gezeigt wurde, tendenziell wesentlich demokratieorientierter ausgefallen ist, als bei der anderen Klasse.
In Jahrgang 9 zeichnete sich ein leicht anderes Bild. Obwohl das Video einen Einfluss auf den Meinungsausdruck zeigte, war der Unterschied wesentlich geringer und nur bei einzelnen Fragen erkennbar. Auch hier lässt sich konstatieren, dass die Raaben überwiegend stark demokratisch sozialisiert sind, mit nur wenigen Nonkonformisten. Wir sind also Demokraaben!
Im 11. Jahrgang ließen sich hierbei wenig Unterschiede zwischen den beiden Klassen erkennen, wobei bis auf einzelne Ausnahmen, beide demokratisch veranlagt sind. Das spricht dafür, dass sich über die Jahrgänge hinweg ein gefestigtes Meinungsbild entwickelt hat. Daran anknüpfend wäre es also durchaus demokratiefördernd, gerade in den unteren Jahren früh mit der Aufklärung bezüglich Diktaturen und Demokratien zu beginnen.
Generell lässt sich zu unserem Projekt sagen, dass die Menge der Befragten ausreichend war, um ein differenziertes Ergebnis zu erzielen, aber dennoch ein angemessenes Arbeitspensum zu erreichen. Außerdem wurden die gesetzten Ziele innerhalb der Gruppe, trotz teils kommunikativer Hürden, erfolgreich erreicht. Hierbei hat es vor allem geholfen einen kleinschrittigen Zeitplan zu erstellen, welcher bevorstehende Klausuren berücksichtigt hat und einige „Zeitpuffer“ eingeplant hat. Darüber hinaus ist es wichtig zu beachten, dass die Arbeitsteilung und Absprache innerhalb der Gruppe funktioniert, um probate Ergebnisse zu erzielen.
Da unsere Umfrage für jeden Jahrgang identisch genutzt wurde, könnte man als Verbesserungsvorschlag anführen, das Niveau der Fragen in den höheren Jahrgängen anzuheben, um spezialisiertere Ergebnisse zu erlangen. Dies erschwere allerdings auch die Auswertung der Umfragen im Vergleich zu anderen Jahrgängen. Dieser Aspekt war schließlich auch der Grund dafür, dass wir uns dagegen entschieden haben, da es für eine Gruppe aus drei Personen zu viel Arbeit hätte werden können.
Unter diesem Artikel könnt ihr Demokraaben vereinzelt Ergebnisse einsehen und euch nochmal die Umfrage anschauen!
Die herausstechendsten Ergebnisse waren:
„96% der 11. Klasse sind der Meinung es wäre eher oder sehr schlecht, wenn nur eine Person alle Entscheidungen über ein Land treffen würde. Das ist eine sehr klare antidiktaturische Haltung und deutet auf eine wehrhafte demokratische Haltung hin.“
„2/3 der beiden 11. Klassen sind der Ansicht, dass es überhaupt nicht in Ordnung wäre, wenn es nur eine Partei gäbe und 1/3 ist der Ansicht, dass dies eher nicht in Ordnung wäre. Dies zeigt weiterhin eine klare Gegenhaltung, sowie eine gemeinsame Haltung zur Förderung der Meinungsfreiheit und Vielfalt.“
„Es lässt sich insofern eine positive demokratische Auffassung erkennen, da nur 4% der 11. Klassen der Ansicht sind, dass es ihnen egal sei, wenn Menschen in einer Diktatur unterschiedliche Rechte haben würden. Aus dieser niedrigen Zahl lässt sich ein demokratiefreundliches Gerechtigkeitsempfinden in den Klassen schließen.“
„Zu den befragten 7. Klassen lässt sich sagen, dass die Antworten bei der Umfrage, bei der zusätzlich das Video gesehen wurde, tendenziell eindeutiger und noch demokratieorientierter sind, als bei der Klasse, welche das Video nicht gesehen hat. So sind z.B. 92%, die das Video gesehen haben der Meinung, dass es sehr ungerecht ist, dass in einer Diktatur manche Menschen mehr Rechte haben, als andere . In der Klasse, in der das Video nicht gezeigt wurde, haben lediglich 51% diese Antwort gegeben.“
„Generell lässt sich zu den 7. Klassen sagen, dass sich ein Teil der befragten Personen den potentiellen Konsequenzen, welche aus einer Diktatur heraus entstehen, nicht bewusst sind. Dies deutet auf ein mangelndes Wissen in diesem Themenbereich hin, was in der 7. Klasse noch durchaus legitim ist, gleichzeitig aber auch pädagogische Anknüpfungspunkte darstellt, um entstehende extreme Meinungen zu verhindern.“
„Die Befragung zeigte allerdings, dass unter den Jugendlichendes 9. Jahrgangs die Partizipationsmöglichkeit für junge Menschen maximal als ausreichen, wenn nicht gar als unzureichend empfunden wurde.“

Ein Gedanke zu “Demokratieverständnis an unserer Schule – Ergebnisse einer Jahrgangsumfrage”